Spitex Aarau – Von Mensch zu Mensch
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„Freude“ an Wunden

24.02.2015

Eine Arbeitskollegin schaut fasziniert bei der Arbeit über meine Schultern. Sie sieht auf dem Bildschirm eine Wundfoto, welche ich am Ausdrucken bin, und findet es schon etwas „gruselig“!

Dann kommt die Frage, die ich von Menschen in meinem Umkreis immer wieder höre Aber macht dir das nichts aus, immer nur Wunden zu behandeln?

Meine Antwort lässt sich in sechs Punkten zusammenfassen. Sie lautet:

1. Ich beschäftige mich nicht mit Wunden, sondern mit Menschen, welche eine Wunde haben.

2. Die Wundheilung fasziniert, nicht die Wunde.

3. Wundheilung hängt zusammen mit verschiedensten Kriterien (Blutgefässen, Diabetes, Ernährung, Druck, Medikamenten etc.).

4. Wunden „erzählen“ viel, wenn man sie bewusst wahrnimmt.

5. Die Freude ist gross, wenn man Erfolg sehen kann, das motiviert auch Mitarbeitende, weil die Heilung ihnen neueMöglichkeiten aufzeigt, was Heilung bedeutet und wie der Prozess ist..

6. Die Freude ist übrigens genau so gross, wenn man bei sehr schwierigen Wundsituationen eine Lösung der Verbandstechnik gefunden hat, welche die Lebensqualität des betroffenen Menschen verbessert.

Deswegen sind „Wunden“ für mich eine Herausforderung, welche mir viel Freude an meiner Arbeit als Wundmanagerin machen. Noch Fragen?

Barbara Jezler